AIDS im südlichen Afrika
Johannesburger
Non-Whites verbringen den größten Teil ihrer spärlichen Freizeit (sofern
sie Arbeit haben) auf Beerdigungen. Der Friedhof von Soweto, ausgelegt
für eine Belegung bis ins Jahr 2020, ist bereits heute voll. Mit etwa
40 % hat die Region südliches Afrika die höchste Infektionsrate weltweit;
im Schnitt stirbt fast die Hälfte aller Erwachsenen an AIDS (2003: 46
%).
Der weiße
Bevölkerungsanteil ist mit einer Infektionsrate von nur 6 % beteiligt,
also sind offensichtlich kulturelle Unterschiede zu benennen - was aber
politisch nicht korrekt ist. Präsident Thabo Mbeki hat sich in
einer schwachen Stunde wie folgt geäußert: "Die AIDS-Hysterie des Westens
soll ... die Sexualität des schwarzen Mannes (male black sexuality)
stigmatisieren." Wiederholt hat er das nie, gedruckt wurde es auch nicht.
Die ANC-Führung scheint kaum mehr Verantwortung zu zeigen als das Volk,
sind doch bereits 3 Kabinettsmitglieder an AIDS gestorben; im Totenschein
steht das allerdings nicht.
Das Stigma
ist ein anderes: 1999 wurde die AIDS-Aktivistin Gugu Dlamini
in ihrem Zuludorf erschlagen, nachdem sie ihren Status enthüllt hatte.
Ein unmißverständliches Signal an Leidensgenossen, ihre Krankheit totzuschweigen
- und damit sich selbst. Das Gegenbeispiel ist Zackie Achmat,
der als Gründer der Treatment Action Campaign TAC unermüdlich und erfolgreich
gegen das Establishment kämpft und sogar für den Friedensnobelpreis
nominiert wurde.
Neben den
zahllosen menschlichen Katastrophen drohen mittelfristig auch ganze
Volkswirtschaften zu kollabieren, denn die sexuell Aktivsten sind auch
die Produktivsten, also die besten Steuerzahler. Fehlt aber das Staatseinkommen,
können die zahllosen AIDS-Waisen nicht ausgebildet werden (Südafrikas
Ausgaben für Bildung und Erziehung bilden mit 19,5 % den größten Einzelposten
im Staatshaushalt) und bleiben lebenslang Sozialfälle. Offenbar hat
erst diese Rechnung des Finanzministers Herrn Mbeki und seine menschenverachtende
Gesundheitsministerin von ihrer unverständlichen Vogel-Strauß-Politik
abgebracht; die Dame hatte allen Ernstes Salatrezepte als Vorbeugung
gegen AIDS verlesen, statt die vorhandenen Medikamente verteilen zu
lassen.
Eine Ursache
der Tragödie ist sicher die negative Einstellung zum Kondom.
Ein solches wirkt nicht nur lustmindernd, sondern auch unmännlich und
"weiß". Schwarz gefärbte Gummis werden nicht produziert; außerdem sind
Standard-Kondome für Halbwüchsige zu groß, sie rutschen ab. Daß AIDS-Kampagnen
von den ungeliebten USA finanziert und auch noch stolz mit Sternenbanner
versehen werden, hilft sicher nicht weiter, und das Predigen von Enthaltsamkeit
ist schlicht absurd.
Die Statistik
der ehemaligen Schwulenkrankheit gibt weitere Rätsel auf, sind doch
hierzulande von den unter 18jährigen HIV-Positiven etwa 80 % weiblich.
Eine neue Studie über das Sexualverhalten Jugendlicher in Soweto
liefert die Erklärung: Den ersten Sexualkontakt haben Mädchen in der
Regel mit 14, und ein Drittel gibt an, er habe nicht freiwillig stattgefunden!
Der Partner sei im Schnitt 4 Jahre älter gewesen.
Man kommt also nicht umhin, "male black sexuality" als frühreif und
ungestüm, also nicht mehr zeitgemäß einzustufen; euphemistisch, um Herrn
Mbeki nicht zu verletzen. Trotzdem wird er darauf wie gewohnt reagieren:
mit einem Rassismus-Vorwurf und dem Hinweis, daß die Armut schuld sei.
Ganz unrecht
hat er mit letzterem nicht, denn der Zwang, ländliche Familien per Wanderarbeit
in den Minen zu unterstützen, fördert neben der kulturell ohnehin
üblichen Polygamie auch die Prostitution, und AIDS wird
nun mal besonders gut übertragen, wenn andere Geschlechtskrankheiten
dem Virus den Weg bereiten.
Doch mit
Besserwisserei ist den Kranken nicht geholfen. Wie sollen wir damit
umgehen, ohne als Rassisten dazustehen? Die Lösung heißt wie immer Respekt,
aber mit einem Vorschuß ist es nicht getan; irgendwann muß jeder sich
Respekt verdienen, und dieser Weg führt über das Verständnis. Die Hilfestellung
dazu kommt aus der Geschichte.
Fortsetzung
folgt ...
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